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Mietwagen nach Autounfall

Von admin | August 9, 2010

1.) Wer hat nach einem Unfall ein Anrecht auf einen Mietwagen?

Ein Anrecht auf einen Mietwagen besteht für den Unfallgeschädigten, aber nicht für den Unfallverursacher.

2.) Schadensminderungspflicht

– Das Leihen eines Mietwagens beinhaltet für den Unfallgeschädigten ein paar Tücken die es zu beachten gilt, um nicht auf Kosten sitzen zu beleiben. Die Tücken ergeben sich aus der Verpflichtung des Geschädigten, die Kosten für den Unfall für die gegnerische Versicherung so niedrig wie möglich zu halten. Diese Pflicht nennt sich Schadensminderungspflicht.

Start und Ende der Mietdauer

– Ein Mietwagen darf nicht unbedingt gleich nach einem Unfall angemietet werden. Sollte der geschädigte Wagen noch fahr- und straßentauglich sein, dann darf die Anmietung erst zu Beginn der Reparatur erfolgen. Die Maximaldauer der Anmietung geht bis zur Aushändigung des reparierten Wagens.

Kosten für den Mietwagen

– Der Mietwagen darf nur aus der gleichen oder einer niedrigeren Wagenklasse stammen. Ein Kleinwagenbesitzer darf somit keine Limousine anmieten. Am besten mit der Versicherung des Unfallverursachers an dieser Stelle Rücksprache halten.

Hinzu kommt, dass der Mietwagen auch in der angemieteten Zeit genutzt werden muss, d.h. es müssen Fahrten mit einer rechtlich leider nicht definierten Kilometerzahl getätigt werden. Steht der Wagen hauptsächlich nur herum oder wurden nur sehr kurze Strecken Gefahren, dann kann dieses die Schadensminderungspflicht verletzen. Argument in diesem Fall: Durch die Nutzung eines Taxis wären die Kosten geringer ausgefallen. Ein Mietwagen sollte somit auch genutzt werden!

Abschließend kommt der schwierigste Punkte für den Unfallgeschädigten. Mietwagenfirmen haben sehr häufig zwei Tarife im Programm. Einen für das "normale" Anmieten eines Wagens z.B. für den Urlaub oder eine Spritztour und einen so genannten Unfallersatztarif.

Der zweite Tarif ist nur für die Bereitstellung eines Leihwagens nach einem Unfall dar. Trotz der gleichen Leistung wie beim normalen Tarif sind die Kosten bis zum dreifachen höher. Sollte der Geschädigte so einen Tarif wählen, müsste er die Kostendifferenz zwischen dem Unfallersatztarif und dem Normaltarif selbst tragen.

Die Gerichte haben an dieser Stelle allerdings eine Sicherheit eingebaut:

– Der Geschädigte muss vom Autovermieter auf die zur Verfügung stehenden Tarife und auf die Möglichkeit der nicht vollständigen Übernahme der Kosten durch die Versicherung aufmerksam gemacht werden.

Die Verjährung für Schäden durch einen nicht durchgeführte Aufklärung druch die Mietwagenfirma beträgt 3 Jahre. In diesem Zeitraum kann ein Geschädigter Kosten, die ihm durch die fehlende Beratung entstanden sind, von der Mietwagenfirma zurück verlangen.

Eine Autovermietung kommt ihrer gesetzlichen Hinweispflicht schon nach, wenn sie darauf hinweist, dass die Kfz-Versicherung die Kosten für den Ersatzwagen möglicherweise nicht vollständig übernehmen wird. Auf ihre anderen/günstigeren Angebote muss die Mietwagenfirma nicht hinweisen.

3.) Nutzungsausfall

An Stelle eines Mietwagens kann der Geschädigte auch einen Nutzungsausfall geltend machen. In diesem Fall gibt es keine Mietwagen, sondern einen pauschalen Geldbetrag pro Tag.

Der Betrag richtet sich nach der Wagenklasse des geschädigten Autos. Dazu haben noch das Alter und das Getriebe (Schalt- oder Automatikgetriebe) einen Einfluss auf den Betrag. Beim Alter gibt es eine Grenze von 5 Jahren, d.h. Besitzer von Autos die älter als 5 Jahre sind erhalten weniger.

Wer auf sicher gehen möchte nicht auf möglichen Mietwagenkosten sitzen zu bleiben, der sollte auf jeden Fall den Nutzungsausfall in Anspruch nehmen.

4.) Gerichtsurteil und Paragraphen

– Pflichthinweis der Mietwagenfirma über eine mögliche Selbstbeteiligung des Geschädigten. Bundesgerichtshof vom 28. Juni 2006, Az. XII ZR 50/04.

Stand 9. Aug. 2010

Alle Informationen wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Trotzdem wird keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen übernommen. Außerdem können wir keine rechtliche Beratung leisten. Bitte setzen Sie sich hierfür mit einem Anwalt der entsprechenden Fachrichtung oder der Verbraucherzentrale in Verbindung.

Weitere Informationen aus der Rubriken: Rechtslexikon - M, Verkehrsrecht

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